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Aus eigener Zucht – mit Herz, Verantwortung und Respekt

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit


Für uns ist es ein großes Anliegen, unsere Tiere aus

eigener Zucht nachzuziehen, sie

Schnappschuss nach der Geburt
Schnappschuss nach der Geburt

artgerecht zu halten und ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Dazu gehört für uns ganz bewusst, auf Mast und zusätzliche Futtermittel zu verzichten. Wir möchten, dass unsere Tiere in ihrem eigenen Tempo wachsen dürfen – natürlich, gesund und im Einklang mit ihren Bedürfnissen.


Unsere Antilopenherde führen wir ähnlich wie eine Mutterkuhhaltung. Das bedeutet, dass die Tiere im engen Herdenverband leben und sich frei entwickeln können. Unser Zuchtbock Moritz ist dabei nicht nur saisonal Teil der Herde, sondern das ganze Jahr über. So entsteht eine stabile, natürliche Gemeinschaft, die wir täglich mit großer Freude beobachten.

Die Paarung selbst ist meist ein sehr kurzer Moment – oft nur wenige Sekunden. Umso spannender ist für uns die Zeit danach. Nach einer Tragezeit von rund neun Monaten (etwa 270 Tagen) ist es jedes Mal ein besonderer Augenblick, wenn ein Jungtier das Licht der Welt erblickt. Dank unserer Videoüberwachung konnten wir im letzten Jahr erstmals die Geburten hautnah miterleben und das Verhalten von Muttertier, Jungtier und Herde genau verfolgen. Diese Erfahrungen sind für uns unglaublich wertvoll.



Zuchtbock Moritz mit seinem erster Nachwuchs
Zuchtbock Moritz mit seinem erster Nachwuchs

Da es weder in der Schweiz noch in Europa einen vergleichbaren Betrieb gibt, der Antilopen ganzjährig in dieser Form hält, ist vieles für uns ein stetiger Lernprozess – ein echtes "learning by doing“. Umso dankbarer sind wir für die Unterstützung, welche wir durch den Erwerb unseren Zuchtbock Moritz, den wir aus Tschechien von der Universität Prag übernehmen durften. Der Austausch mit Fachpersonen gibt uns Sicherheit und begleitet uns auf unserem Weg.



In der Regel kommt ein Jungtier zur Welt, und die Geburt dauert etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Besonders berührend ist das Verhalten der Herde: Ältere Weibchen bleiben während der Geburt in unmittelbarer Nähe und scheinen die Mutter zu unterstützen. Gemeinsam empfangen sie das Jungtier, das direkt nach der Geburt trocken geschleckt wird.

Carlo eine Woche alt
Carlo eine Woche alt

Schon bald folgen die ersten, noch wackligen Aufstehversuche. Die Nachgeburt, reich an wichtigen Nährstoffen, wird von der Herde gefressen – ein natürlicher Instinkt, um keine Fressfeinde anzulocken. Sobald das Jungtier steht, sucht es instinktiv nach der Milch. Die erste Milch, auch Biestmilch oder Kolostrum genannt, ist dabei überlebenswichtig. Sie liefert Antikörper, Proteine sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Ohne die Erstmilch ist die Überlebenschance sehr gering für das Jungtier.



In den ersten Tagen liegen die Jungtiere viel und müssen erst lernen, ihre langen Beine zu koordinieren. Die Mütter kommen nur wenige Male am Tag zum Säugen vorbei. Nach etwa zwei Wochen beginnen die Kleinen bereits, Heu zu fressen – ein wichtiger Schritt für die Entwicklung ihres Verdauungssystems hin zum Wiederkäuer. Hochwertiges Heu ist ab diesem Zeitpunkt entscheidend, da es die Entwicklung des Pansens fördert.


Da unsere Böden in unseren Breitengraden nicht alle nötigen Mineralstoffe liefern, ergänzen wir diese gezielt. Auch den Jungtieren geben wir in den ersten Lebenstagen zusätzliche Mineralstoffe, um sie optimal zu versorgen.



Anton, Bobo und Carlo
Anton, Bobo und Carlo

Dieses Jahr stellte uns jedoch vor eine besondere Herausforderung: Alle drei Jungtiere bekamen zu wenig Milch von ihren Müttern. Wir mussten eine schnelle und zugleich gut überlegte Entscheidung treffen und entschieden uns, sie vorübergehend zu separieren, um eine kontinuierliche Fütterung und bessere Kontrolle ihrer Entwicklung und Vitalwerte sicherzustellen.

Wir fütterten die drei mit einer Mischung aus Schafs- und Kuhmilch, die der Antilopenmilch am nächsten kommt. Diese intensive Phase hat unseren Alltag stark geprägt. Alle vier bis sechs Stunden bedeutete es für uns: „Schöppel“-Zeit.


Als Familienbetrieb sind wir in dieser Zeit noch enger zusammengerückt. Wir haben uns

Tag für Tag Milch anmachen für das Schöppeli
Tag für Tag Milch anmachen für das Schöppeli

abgewechselt, unterstützt und gemeinsam dafür gesorgt, dass es den drei Kleinen an nichts fehlt. Es war nicht immer einfach – drei Antilopen-Babys gleichzeitig zu versorgen, fordert Geduld und Einsatz.


In den ersten fünf Monaten haben wir sage und schreibe 1350 Liter Milch geschöppelt. Anfangs waren es kleine Mengen von etwa 300 ml alle paar Stunden, inzwischen sind es noch zwei Fütterungen täglich mit je einem Liter. Langsam entwöhnen wir die Jungtiere nun bis zum sechsten Monat von der Milch ab.

Diese Zeit war für uns intensiv, lehrreich und voller Emotionen – mit Höhen und Tiefen. Doch wenn wir heute in die großen, neugierigen Kulleraugen unseres Nachwuchses blicken, wissen wir: Jede Mühe hat sich gelohnt.


Das ist unser Weg. Und wir gehen ihn weiter – aus Überzeugung und mit ganzem Herzen.

Den wir lieben was wir tun und tun was wir lieben!


Wenn Du mehr über unsere Haltung erfahren möchtest oder Fragen hast, freuen wir uns sehr, von Dir zu hören.




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